Mark Hoffmann ist der Nachfolger der IFNG-Hosts Alexander Albrecht und Nik Adams. Neunmal moderierte er bisher das IFNG, also lange genug, um ein Resümee zu ziehen. Konnte Mark die Lücke schließen, die durch den Abgang von MadDog und Nik entstand oder sind die Fußstapfen zu groß?
Ein letztes Mal schallte es "T-SHÖÖÖRTS" durch die Halle, als Alexander Albrecht sein einhundertstes IFNG moderierte und gleichzeitig seinen Abschied feierte. Mit ihm trat nicht nur ein Urgestein des eSports in den Hintergrund, es endete auch eine Ära der alten Schule. Jens Hilgers hatte sich schon länger aus dem Rampenlicht verabschiedet, Nik Adams, die letzte große Persönlichkeit, übernahm kurz den Platz von MadDog, zog sich Anfang dieses Jahres aber auch aus der Event-Moderation zurück. Seit dem ist Mark Hoffmann das neue Gesicht der IFNGs.
Genügend Erfahrung hat der kleine aus Korea stammende Kerl. Mit Jan Dominicus moderierte er lange Zeit WC3-Partien auf GIGA2 und war mit diesem Sendeformat durchaus beliebt und erfolgreich. Ständige Witze über den Partner prägten den Charme der Sendung genauso wie ein komödienhaftes Maß an Selbstüberschätzung und viele schlechte Witze. Ein Teil der Zuschauer kritisierte zwar das Fehlen jeglicher Ernsthaftigkeit, aber die breite Masse liebte das dynamische Duo. Nach dem Ende von GIGA2 und dessen Ersatz durch ESL TV trennten sich jedoch ihre Wege: Jan blieb bei GIGA, Mark wechselte zu ESL TV. Ein trauriger Augenblick für die Fans der zwei, gleichzeitig aber die Chance für Mark, das neue Gesicht der IFNGs zu werden.
Neun Mal und damit fast eine ganze Saison führte Mark bisher durch das Freitagabend-Spektakel, Zeit genug also, um ein erstes Resümee zu ziehen: Auch wenn es die ESL nicht gerne hören wird, muss man ganz klar sagen, Mark ist kein zweiter MadDog oder Nik Adams. Er macht seine Sache nicht schlecht, doch von dem alten Glanz ist nicht mehr viel zu spüren. Während Raffles früher zelebriert wurden und die Zuschauer körperliche Fitness, Fachwissen oder Konzentration bei den berüchtigten Ja-Nein-Spielen beweisen mussten, fliegen die T-Shirts mittlerweile meist sang- und klanglos in die Menge. Darüber hinaus stellt Mark sein fehlendes Fachwissen, z. B. in Counter-Strike, ganz offensichtlich zur Schau. Doch was lustig sein soll, wirkt leider nur peinlich. Seine Auftritte sind nicht wirklich fassbar, er ist keine Persönlichkeit wie Albrecht oder Adams. Während die beiden Vorgänger immer bestimmte Merkmale auszeichnete, bleibt nach der Moderation von Mark einfach nichts hängen. Es gibt keine Besonderheiten, keine Höhepunkte, nichts Greifbares, womit man ihn treffend beschreiben könnte. Er ist niemals schlecht, aber leider auch niemals gut.
Manch einer mag behaupten, man müsste Mark noch mehr Zeit geben, um sich zu entwickeln. Aber trotz seines jungen Alters ist er kein Anfänger mehr: Erfahrungen als Moderator sind ebenso vorhanden wie genügend IFNG-Besuche, um zu wissen, wie man eine gute Show abliefert. Doch die Moderationen wirken lustlos, fast so als würde er das ganze Event nicht ernst nehmen. Nur so ist zu erklären, dass ihm sein mangelndes Fachwissen in Counter-Strike auch gar nicht peinlich ist, genauso wenig die Tatsache, wichtige Ansprachen zu vergessen. Aus diesem Grund muss sich Mark die Frage gefallen lassen, ob er seinen Job wirklich ernst nimmt oder nicht in der Lage ist, sich entsprechend zu entwickeln. Eventuell passt ihm seine neue Rolle auch gar nicht, denn die Moderation eines IFNG und einer GIGA- bzw. ESL TV-Sendung sind nun mal nicht das Gleiche.
Trotz allem gibt es momentan keine Alternative. Einzig Andreas Lenksi wäre eine Option, aber sein Job als CS-Kommentator ist momentan unabdingbar und alles alleine kann der Herr Lenski auch nicht machen. Im Gegensatz zur Moderation ist im Bereich der Kommentatoren dagegen eine wirklich positive Entwicklung zu verzeichnen: Als Co-Moderatoren werden fast ausschließlich aktuelle oder ehemalige EPS-Spieler gewählt, wodurch die Qualität der sprachlichen Spiel-Begleitung erheblich gestiegen ist. Das Fachwissen der Spieler gepaart mit der unverblümten Art von pre, kein Blatt vor den Mund zu nehmen, ergibt bei CS-Partien eine optimale Mischung. Auch Dennis Gehlen macht einen guten Eindruck. Er hat zwar nicht den Unterhaltungswert eines Lenski, legt dafür aber andere wichtige Schwerpunkte beim Kommentieren der WC3-Spiele.
Doch was soll mit Mark passieren? Aufgrund der fehlenden Optionen wird er wohl noch eine weitere Saison die Rolle des Moderator übernehmen und damit genug Zeit haben, sich zu beweisen. Niemand verlangt einen zweiten MadDog, aber mehr Ernsthaftigkeit, etwas was seine Moderation auszeichnet, ein Wiedererkennungswert wäre wünschenswert. Sollte Mark dazu nicht in der Lage sein, muss sich die ESL Wohl oder übel nach einem neuen Kandidaten umsehen. Etienne Gardé wäre einer, aber der hat anscheinend andere Pläne, sonst hätte Mark den Job wohl nicht bekommen. Vielleicht entwickelt sich aber auch einer der neuen ESL TV-Moderatoren zu einer richtigen Rampensau und kann neuen Glanz in die IFNG-Hütte bringen. Zu wünschen wäre es, denn ein IFNG ist schließlich immer schon eine ganz besondere eSport-Show gewesen. |