Vor einem halben Jahr hatten wir mit den Flash SSD-Laufwerken von Mtron bereits die schnellsten Laufwerke für Desktop-Rechner getestet - bis Western Digital seine neue VelociRaptor auf den Markt brachte. Obwohl die Veloci-Raptor als herkömmliche Festplatte nicht so schnelle Zugriffe erlaubt wie transistorbasierte Speicher, dürfte sie für zahlreiche Anwendungen als die bessere Wahl in Betracht kommen. Zudem bietet sie beinahe zehn Mal größere Kapazität zu einem Bruchteil der Kosten für ein schnelles SSD-Laufwerk. Für wahre Performance-Fanatiker haben wir allerdings noch etwas viel besseres entdeckt: Die Memoright SSD MR25.2-032S; gegen dieses Produkt verblassen herkömmlichen Festplatten gänzlich.
Es wird zunehmend schwieriger, mit den Entwicklungen im Bereich Flash-SSDs Schritt zu halten. Flash SSD-Laufwerke sehen aus und verhalten sich wie mechanische Festplatten; allerdings werden Daten auf Flash-Speicherchips gespeichert, was Ihnen vom Firmware-Chip Ihres Motherboards (dieser speichert das BIOS) oder von USBSpeichersticks bekannt vorkommt. Flash-Speicher bietet guten Durchsatz und praktisch keine Zugriffszeiten, obwohl der Durchsatz und Zugriff beim Schreiben oft langsamer ist als beim Lesen. Flash-Speicher wird nicht warm wie eine mechanische Festplatte mit hoher Umdrehungsgeschwindigkeit und ist zudem äußerst robust. Allerdings sind wir von Kapazitäten weit entfernt, die wir von einer modernen Festplatte heute erwarten. Bei Notebook-Festplatten im 2,5“-Format handelt es sich um bis zu 500 GB und bei 3,5“-Desktop-Laufwerken sind das derzeit maximal 1000 GB. Mehr stellen die Hersteller für dieses Jahr in Aussicht.
Laufwerke auf Flash-Basis passen fast in jeden Formfaktor – von 3,5“ über 2,5“ bis zu 1,8“ und noch kleiner. Denken Sie in dieser Hinsicht nur einmal daran, dass sämtliche Speicherkarten wie CompactFlash, SD oder die Memory-Stick-Familie allesamt auf Flash-Speicher beruhen. Dieser nimmt üblicherweise weit weniger Leistung auf als herkömmliche Festplatten und lässt sich von Erschütterungen nicht beeindrucken. Die Kapazitäten für Flash-SSDs liegen mittlerweile bei 128 GB; allerdings kann man gerade einmal bei 32 GB Flash-SSDs von einigermaßen erträglichen Preisen reden.
Weshalb beschäftigen wir uns überhaupt so ausgiebig mit Flash-SSDs? Dafür gibt es zwei Gründe: Leistung und Energieeffizienz. Eine Festplatte beschleunigt CPU-intensive Aufgaben oder Grafik-Performance zwar nicht, hat aber einen merklichen, indirekten Einfluss auf das Starten oder Beenden des Betriebssystems, diverser Anwendungen oder Anwendungsdaten. Sobald Software innerhalb des System-Hauptspeichers ausgeführt wird oder dort auf Daten zugegriffen werden kann, entfalten die Kern-Komponenten ihr volles Potential. Bis zu diesem Zeitpunkt müssen Daten von der Festplatte geladen oder darauf gespeichert werden. Deshalb müssen wir immer noch Ssekunden oder teilweise gar minutenlang warten, bis Windows und andere Anwendungen bereit sind. Flash SSD-Laufwerke können durch eine gesunde Mischung aus sehr schnellem Datenzugriff und gutem Durchsatz die noch vorhandenen Leerlaufzeiten bedeutend verkürzen. Die Energieeffizient von Flash-Speicher wird letztlich sogar besser sein als bei herkömmlichen Festplatten; das hängt allerdings von der Anzahl der Flash-Chips und der Art des Flash-Speichers ab (MLC, SLC – siehe weiter unten).
Wir haben bereits ein paar Flash SSD-Laufwerke von Samsung, SanDisk, Ridata und dem koreanischen Hersteller M-Tron getestet, wobei letzter bis dato die schnellsten Flash-SSDs im Angebot hatte. Der US-amerikanischen SSD-Spezialist DV Nation hatte unseren Bericht über die M-Tron-Laufwerke gelesen und uns kurzerhand eine Flash-SSD von Memoright angeboten; nach Meinung dieses Händlers ist das Memoright-Produkt die noch bessere Wahl – und der Anbieter sollte Recht behalten.
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